• Naja, wenn es um Freundschaften geht fällt mir immer der Spruch ein:


    "Wohl gibt es zwei Arten von Freunden: Käufliche und Unbezahlbare" (sinngemäß nach Günter Schneiderath - niederrheinischer Dichter und Aphoristiker 1939 - 2005)


    Für echte Freundschaft fehlt den meisten Menschen der "westlichen" Zivilisationen die notwendige Empathie. Das reciht bis zum guten Kumpel, mit dem man mal ein Bierchen trinken kann, aber wer wirklich dein Freund ist, merkst du erst dann, wenn du ganz tief in der Sch... steckst.


    Die Bibel zeichnet es so:


    Sprüche 17,17
    Ein Freund liebt zu jeder Zeit, und als Bruder für die Not wird er geboren[11]

  • Hier zum Thema ein schon etwas älterer Text von Jürgen Werth:





  • Zunächst sollte klar definiert werden, was Freundschaft ist.


    Ein Rabbi schrieb mir vor Jahren, wir wären Freunde und duzen uns ab sofort. Wir sehen ihn selten, bekommen ab und zu Rundbriefe. Hier heißt Freundschaft, nicht gegen Juden zu sein sondern für sie. Seine Probleme kenne ich nicht, rage nicht mit.


    Von einigen Missionswerken erhalten wir Freundesbriefe, einige lesen wir, andere habe ich nie bestellt und bei wenigen spenden wir. Spenden tun wir am liebsten, wo wir die Leute persönlich kennen und hinter dem Werk stehen. Auch das ist eine Art Freundschaft.


    Als ich vor 9 Jahren verleumdet wurde, wurde ich so getragen von Christen, wie noch nie. Sie beteten, trösteten und wollten an den Schuldigen die Meinung sagen. Ich bat sie, es nicht zu tun sondern sie in die Hand Gottes zu geben. Diese Freunde hielten zu uns und waren sehr kostbar für uns persönlich.

  • Ihr Lieben,


    folgenden Beitrag zum Thema schrieb ich hier im Forum vor zwei Jahren:


    Mehr denn je bin ich heute der Auffassung, dass mein Vater damals Recht hatte.

  • Eigentlich sind alle meine aktuellen Freundschaften zwischen 20 und 40 Jahren alt. Sitzen zwar rund um den Globus verteilt, aber dank Facebook ja erreichbar. Meine einzigen regelmäßigen Sozialkontakt während der Pandemie sind ein guter Freund, der nur fünf Minuten entfernt wohnt und den ich seit 1973/74 kenne sowie ein Freund, den ich seit 1985 kenne und der mich seit 25 Jahren einmal pro Woche besucht und der auch weiß, wie man hinten reinkommt, falls ich nicht öffne. Sollte ich also tot umfallen, werde ich gewiss nicht monatelang unentdeckt in meiner Hütte rumliegen.


    Und Mecki, ich widerspreche dir. Nachdem ich krank geworden bin und nicht mehr arbeiten konnte, habe ich explizit von den beiden oben Angesprochenen echte Freundschaft kennengelernt.

    "Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
    Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"

  • Grubi,


    schön, das du echte Freundschaft kennen gelernt hast. Wir hatten das auch, aber nur vorübergehend, irgendwann schliefen die Kontakte ein.


    Kontakte aus den 80-gern sind gerade neu belebt worden bei mir. Ab und zu las ich die Mails von ihrer Arbeit, zu Weihnachten schrieb man persönlich, ab und zu betete ich auf Anliegen in ihren Rundbriefen. Seit 10 Tagen sind intensive Kontakte da. Man bedankte sich, dass ich die ermutigte, die humanitär in Kabul halfen und deren Flugzeug nicht mehr startete. Der Mail Verkehr klappte bestens, gestern 2 Freundesmails, eine persönliche, um Anteil zu nehmen. Heute schon wieder 2 Mails. Wir erfuhren alles über die überstürzte Ausreise und die Situation im Land, auch was die Presse nicht schreibt. Sie kamen alle gut an nach etlichen Schwierigkeiten Es gab einmal echte Beziehungen. Nun stehen wir gemeinsam im Gebet für ihre Freunde vor Ort. Auch wenn wir uns einige Jahre nicht mehr persönlich trafen, weil sie nun alle in Bayern leben, ist die Verbundenheit da und das Mitleiden mit ihren einheimischen Freunden, deren Situation immer chaotischer wird. Es gab einmal echte Beziehungen, die nun belebt wurden. Mit einer Familie waren wir mal 1 Monat in Bulgarien.


    Ansonsten habe ich seit fast 9 Jahren meine persönliche Gebetspartnerin in Österreich. Sie besuchten uns, wir machten gemeinsam Urlaub, sie besuchten uns im Bayernurlaub. Durch Corona sahen wir uns nicht mehr, sind aber ständig in Kontakt, tragen einander im Gebet, haben manche Probleme gemeinsam gemeistert.


    Natürlich erlebten wir auch Hinterhältigkeit, Verlogenheit bei Leuten, von denen wir dachten, sie seien Freunde und über die wir nur Gutes redeten. Einige erzählten Georgi aus Bulgarien, ich hätte behauptet, seine Mutter sei so arm, dass ich einen LKW mieten musste, um ihnen Kleidung und Schuhe zu bringen. Wir begriffen nicht, weshalb Georgi sich zurück zog, immer weglief, wenn er uns sah. Dann setzten wir uns im Gottesdienst neben eine Bibel. Die gehörte Georgi, der hier Urlaub machte. Er erzählte uns endlich, was ihn so belastete. Noch nie im Leben fuhr ich einen LKW. Ich hätte nie das Geld, einen ganzen Hilfstransport nach Bulgarien zu bringen. Jahrelang sammelten wir für AVC jeden Monat einen kleinen LKW voll Kleidung, die sie abholten und in die Ukraine brachten, niemals nach Bulgarien. Georgis Mutter und Schwester lernten wir kennen, weil wir ihnen ein Geschenk von Georgi brachten, als er 3 Jahre hier eine Ausbildung machte. Das Geschenk kaufte er. Boshaftigkeit hätte fast Beziehung zerstört.

  • Zitat von Maggie

    Eine Erfahrung ist: Letztlich ist man immer allein. Man sollte sich keine Illusionen machen. Man hat Spaß miteinander, erlebt gemeinsam tolle Sachen, aber wenn es darauf ankommt, ist man auf sich allein gestellt. Man sollte sich niemals auf andere Menschen verlassen. Jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Wir Menschen sind nicht für die Kommunikation gemacht, sondern für das Überleben,

    Ja, das ist eine traurige Erfahrung unter Menschen, die durch die Sünde von Gott getrennt sind. Insofern betrifft es uns alle in zweifacher Hinsicht:


    1. Wir werden allein gelassen.


    2. wir lassen Andere allein.


    Beides ist keineswegs das Ideal. Es heißt ja nicht umsonst:


    Zitat von Gen 2,18

    Dann sagte Jahwe-Gott: "Es ist nicht gut, dass der Mensch so allein ist. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm genau entspricht.

    Ohne die Sünde funktionierte der Zusammenhalt und sowohl Adam als auch Eva wuchsen in ihrer Liebe zueinander auch in der Liebe zu ihrem Schöpfer. Durch die Sünde ging dieses Gefühl der Verbundenheit auf beiden Ebenen (Gott und Mensch; Mensch und Mensch) verloren.


    Seither muss der Mensch für den Zusammenhalt kämpfen. Das Anwenden biblischer Grundsätze hilft dabei, diesen Kampf zu gewinnen. Leider ist es so, dass selbst gute Freunde oder die Familie jemanden verlassen können. In dieser Situation mag es ein Trost sein, dass Gott niemanden verlässt, der auf ihn vertraut...:


    Zitat von Ps. 27,10

    Auch wenn mich Vater und Mutter verlassen, / Jahwe nimmt mich bei sich auf.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!