Was ist echtes Leben? Johannes Hartl über Philipp Mickenbecker

  • Zitat

    Letztendlich gibt es kein Leben ohne den Tod.

    Das ist natürlich zu hinterfragen. Das hört man oft von Fatalisten und Evolutionisten, denen der Tod als eine Ursache für neues Leben dient, um "Platz für Weiterentwicklung zu schaffen".


    Wenn dem so wäre, hätte Jesus sein Leben nicht einsetzen müssen, um ein Geist zu werden, der Leben hervorbringt (1. Kor. 15,45f) und die "Werke des Teufels" abzubrechen. (1. Joh. 3,8)


    Der Ursprung des Todes ist der Ungehorsam gegenüber Gott, die Sünde, die jeden Menschen von Gott, der lebengebenden Quelle, trennt.


    Durch diesen Ungehorsam wurde zuerst der Teufel zu dem, der das Mittel hat, den Tod zu verursachen, der quasi der Gebieter des Todes über Menschen ist.


    Zitat von Heb. 2,9ff

    Doch wir sehen Jesus, der eine kurze Zeit eine niedrigere Position als die Engel eingenommen hat. Weil er den Tod erlitt, ist er jetzt mit herrlichem Glanz und mit Ehre ausgezeichnet. Ja, er hat als unübersehbaren Ausdruck der bedingungslosen Gnade Gottes für alle Menschen den Tod auf sich genommen. 10 Es war genau richtig, dass er, durch den alles besteht und auf den hin alles ausgerichtet ist, durch das Erdulden der Leiden zur Vollkommenheit heranreifte, und dass er, der so ihre Erlösung bewirkt hat, dabei ganz viele Söhne und Töchter in Gottes herrlichen Glanz hineinführte. 11 Denn er, der sie ganz auf Gottes Seite zieht, und die, die so geheiligt werden, stammen alle von ein und demselben ab, von Gott. Deshalb schämt Jesus sich auch nicht, sie als seine Schwestern und Brüder zu bezeichnen. 12 Genau das steht ja auch in Gottes Buch: »Ich werde deinen Namen meinen Geschwistern öffentlich bekannt machen, mitten in der Gottesgemeinde werde ich dir Lobhymnen singen!« 13 Und noch an einer anderen Stelle drückt er diese Wahrheit so aus: »Ich werde mein Vertrauen auf ihn setzen.« Und dazu gehört auch diese Aussage: »Hier bin ich, zusammen mit den Kindern, die Gott mir gegeben hat!« 14 Weil sie, diese Kinder Gottes, ganz gewöhnliche Menschen aus Fleisch und Blut sind, ist er ihnen auch darin gleich geworden. Es war sein Ziel, durch den Tod den zu vernichten, der die Macht über den Tod hat, nämlich den Zerstörer. 15 So wollte er auch die in die Freiheit führen, die durch die Furcht vor dem Tod ihr ganzes Leben lang der Knechtschaft unterworfen waren. 16 Denn es geht ihm dabei letztlich nicht um die Engel, sondern um die Nachkommen von Abraham. Ihrer will er sich annehmen.

    Folglich müsste die anfangs zitierte Aussage lauten: Letztendlich gibt es kein Leben ohne Gott.


    Ich kann mir gut vorstellen, dass Philipp Mickenbecker ebenfalls in diese Art gedacht und gelebt hat.


    Das echte Leben ist das, was vor uns liegt, wenn Jesus durch Gottes Königreich die Ursache des Todes - nämlich die Sünde - und den Vermittler des Todes - nämlich den Teufel - vernichtet hat.

  • Zitat

    Letztendlich gibt es kein Leben ohne den Tod. „Wer sein Leben retten will, der wird es verlieren“, sagt Jesus.

    Ich habe jetzt mal ein bisschen mehr zitiert als Nemesis.


    Jesus meint, wer sein irdisches Leben erhalten will, wird sein himmlisches Leben verlieren. Doch das himmlische Leben ist das eigentliche Leben in der Gemeinschaft mit Gott, das sich über das irdische Leben hinaus erstreckt. Und ja, dies ist ein Entwicklungsprozess, bei dem das irdische Leben immer mehr an Bedeutung verliert also sozusagen abstirbt. Insofern ist es richtig, dass das Leben bei Gott nicht ohne den Tod des weltlichen Lebens erlangt werden kann.

  • Ja Enar, du machst auf einen wichtigen unterschied aufmerksam: Das weltliche Leben, das heißt, ein Leben ohne Gottesbezug unterliegt einem Leben, welches auf Gott gerichtet ist.


    Gleichwohl gibt es keinen Gegensatz zwischen dem irdischen Leben als solches und dem himmlischen, sonst hätte Gott ja nicht erst die Erde als beständigen Wohnort für den Menschen schaffen müssen. Aus der Genesis erfahren wir außerdem von der innigen Gemeinschaft mit Gott, die das erste Menschenpaar hatte und von dem Auftrag, den Gott den Menschen mitgab und der seit dem Sündenfall nicht mehr ausgeführt werden kann. Es gibt also noch viel Arbeit für den Menschen hier auf der Erde zu tun. Vorerst muss dazu aber die Sünde und ihre Folgen vollständig überwunden werden. Dieser Prozess zieht sich nun schon über mehrere Tausend Jahre hin und auch wenn die Bibel einige Entwicklungen auf diesem Weg erklärt, erfahren wir nicht alles bis ins kleinste Detail.


    Bei Jesu Aussage: „Wer sein Leben retten will, der wird es verlieren“, geht es dem Kontext nach um die Auswirkungen, die die Nachfolge Jesu mit sich bringen. Hierbei darf es nicht zu Kompromissen kommen, auch wenn das eigene Leben durch Verfolgung und Widerstand in Gefahr gerät. So wie Jesus, der um der guten Botschaft willen auch keine Kompromisse einging, sollten auch seine Nachfolger, "um seinetwillen" und "für die gute Botschaft" alles tun, was zur Nachfolge Jesu führt.


    Zitat von Markus 8

    34 Dann rief er die Menschenmenge zu sich, zusammen mit seinen Schülern, und sagte: »Wenn einer mein Nachfolger werden will, dann muss er sich selbst an die hinterste Stelle setzen! Er muss sich sein eigenes Kreuz auf die Schulter laden und mir so nachfolgen. 35 Denn wer sein eigenes Leben retten will, der wird es doch verlieren. Wer aber selbst sein eigenes Leben preisgibt wegen mir und für die gute Botschaft Gottes, der wird es bewahren. 36 Denn welchen Nutzen hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert? 37 Was kann ein Mensch als Pfand für sich selbst einsetzen? 38 Wenn jemand sich wegen mir oder wegen meiner Worte vor dieser ehebrecherischen und sündigen Generation schämt, dann wird auch der Menschensohn sich von ihm abwenden, wenn er in dem herrlichen Glanz seines Vaters erscheinen wird, umgeben von den heiligen Engeln.«

  • Es gibt also noch viel Arbeit für den Menschen hier auf der Erde zu tun.

    In der Tat, das sehe ich genauso.


    Ich möchte dazu aber gerne einen weiteren Gedanken anfügen. Jesus sagte, wenn ich zum Vater zurückgekehrt sein werde, werde ich euch alle zu mir ziehen.


    Dass der Mensch eine Sonderrolle hat, nämlich eine Brücke zwischen Himmel und Erde zu sein, hatte ich an anderer Stelle schon mal angeführt. Wenn Jesus uns - seine Nachfolger - also zu sich zieht, dann zieht er damit automatisch auch die materielle Welt höher ins Licht, denn wir Menschen sorgen mit unserem Geist, der mit dem Körperlichen verbunden ist, dann dafür.


    Daraus sollten wir noch andere Schlüsse ziehen. Wir sollten ganz bewusst an unserer geistig-seelischen Entwicklung hin zu Gott arbeiten und dabei auch unsere Umgebung mit einbeziehen. Dies bedeutet nicht nur Nächstenliebe gegenüber Menschen zu üben, sondern auch bewusst sich geistig dem Naturreich zu öffnen und es liebevoll zu behandeln. Denn auch die Natur hat unter dem Sündenfall gelitten und bedarf der Heilung. Uns sollte bewusst werden, dass Gott uns Menschen bei dieser Heilung, die da stattfinden soll, ebenso wie bei der Erlösung der gefallenen Schöpfung teilhaben lassen will. Wir sollen unseren Beitrag dazu leisten, die gefallene Schöpfung zurück in das Licht Gottes zu führen. Das setzt voraus, dass wir bei uns selbst anfangen.


    Insofern kann man sagen, dass die Nachfolge Jesu das komplette Leben eines Nachfolgers betrifft und ausfüllt.


    Lieben Gruß von Enar

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