"Soll ich meines Bruders Hüter sein?" ( Gen 4,9)

  • Ergeht es euch ähnlich, dass ihr immer wieder gebeten werdet, Menschen etwas zu sagen? Wie reagiert ihr? Ein Beispiel: Wir besuchten eine Gemeinde und plauderten danach lange mit einem Mitglied, das wir gut kennen. Sie erzählte ausführlich die Probleme ihrer Kinderstunde aus ihrer Sicht und fragte mich am Ende, ob ich nicht mal mit dem Pastor reden könnte. Es mag lieblos klingen, aber ich antwortete: " Du bist Mitglied, er ist dein Pastor, bitte rede selbst mit ihm." In einem anderen Fall rief ich in den 80-gern die Polizei. In christlichen Kreisen wurde erzählt, eine 9-Jährige würde vom Onkel missbraucht, keiner wagte die Polizei zu rufen. ich fragte das Kind und erfuhr grausame Dinge. Nun informierte ich die Polizei und der Mann hatte nicht nur sie missbraucht...

    Meine Ansicht ist in Bezug auf fremde Gemeinden, dass ich kein Recht habe, mich einzumischen. Die haben alle eine Leiterschaft und die Mitglieder können sich an diese wenden. Leider gibt es dann Leiter wie Horst Weniger, die lehren, man darf die Gesalbten nicht antasten, nur beten, wenn Missstände da sind. In der Seelsorge sage ich allerdings Ratsuchenden, was Gottes Wort zu der Sache sagt, dann können sie entscheiden, etwas zu unternehmen. Als einige mit der Not kamen vor Jahren, ihr Pastor habe seine Frau raus geworfen, um seine Freundin zu heiraten, sagte ich unter vier Augen, was die Bibel über Scheidung sagt und wer in den geistlichen Dienst gehört. Ihm sagte ich nie etwas, ich kenne ihn nur flüchtig und sah keine Verantwortung. irgendwann wurde der Druck von anderen Gemeinden so stark, dass die Gemeinde ihm das Predigen verboten hat und das öffentlich bekannt machte.

  • Wie du selbst es beschreibst, kommt es auf die einzelne Situation an. Da kann man keine genaue Regel für alle Situationen aufstellen. Selbstverständlich muss man bei Verbrechen wie Missbrauch sofort die staatlichen Behörden informieren. Es ist dann ihre Aufgabe, durch die Ermittlungen Schuld oder Unschuld festzustellen.

  • Nemesis,


    in dem Fall stimme ich zu. Aber in anderen Fällen denke ich oft, man soll seine Nase nicht in anderer Gemeinden Angelegenheiten stecken. Das tun leider viele Christen, anstatt das Reich Gottes zu bauen. Anfang der 90-ger setzten wir in unserer Gemeinde im Haus Hella, eine treue Mitarbeiterin und Verwalterin der Spenden für Osteuropa, als Älteste ein. Niemand kann sich vorstellen, wie Leute aus einer winzigen Missionsgemeinde mit ca 12 - 15 Leuten darüber her zogen, die könne das nicht. Man sprach mich sogar an, der Schritt sei falsch. Hella ( verstorben) war am Boden zerstört. Ich wurde von einem Missionswerk als Pastorin der kleinen Gemeinde eingesetzt. Etwa zu der Zeit versuchte eine Freundin aus der Missionsgemeinde mich fertig zu machen, was ich mir geleistet hätte. Bei ihnen wurde das kritisiert. F. hätte in ihrer Gemeinde ( eine andere) ihre Berufung gefunden und ich kam als Gast da hin und wollte sie ihr wegnehmen. Sie war so glücklich in ihrem Dienst. Man sei entsetzt. Tatsächlich waren wir 2x sonntags als Gast in jener Gemeinde gewesen vor längerer Zeit, aber es wäre uns nie in den Sinn gekommen, dort Mitglied zu werden und die Leitung des Kaffeedienstes zu übernehmen sonntags, nachdem ich jeden Samstagabend bei uns gepredigt hatte und mich sonntags ausruhte. Weshalb mischten Leute der Missionsgemeinde in Angelegenheiten einer neuen Gemeinde. Sollte F. wirklich ihren Posten verlieren? Ich kenne F. nicht. Es gibt Hunderte solcher Beispiele, dabei sollten wir einander ermutigen. Und das dürfen wir auch bei Mitgliedern von Nachbargemeinden.

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