christliche Umarmung - heilsnotwendig?

  • Wir begannen mit ein paar befreundeten Priestern in den 70-gern, uns zu umarmen, wenn wir uns begegneten, dann erlebten wir es in überkonfessionellen Versammlungen ( FGBMFI, Glaubenszentrum). Wenn die Leute es gern taten, als Zeichen der Freundschaft, so hatte ich nie etwas dagegen. Nach ein paar Jahren fand ich es langweilig, ließ es aber zu. Als wir in eine Elim kamen, umarmten sich viele zur Begrüßung, aber nie den Pastor. Meine Schüler fragten mich einmal in den 80-gern, ob die bei überkonfessionellen Treffen Gruppensex betreiben und ich fragte, ob sie mitkommen wollten zu einem Frühstückstreffen der Christen im Beruf (FGBMFI). Einige 8-Klässler kamen mit und alle sagten, das habe mit Sex nichts zu tun, das sei harmlos.


    Heute morgen erinnerte ich mich an den Anruf der weinenden Frau, die ich versuchte, vor Jahren zu trösten am Telefon. Einige wenige Ehepaare und sie gründeten eine neue Gemeinde. Wir, als Ehepaar, schauten uns die mal als Gast an und wurden von der Leitung umarmt. Diese Frau weinte so bitterlich, weil ihr Pastor jeden Sonntag jeden umarmte bis auf sie. Er erklärte ihr, sie sei ledig, das sei ein Unterschied, er umarme nur Ehepaare. Was haltet ihr von dieser Meinung? Das müsste ja nur so sein, wenn diese ganz kurze Umarmung sexuelle Hintergründe hätte. Ich begriff das nicht.

  • Bist Du der Meinung, dass die Überschrift passt?

    Irgendwie hab ich Mühe, das, was die Überschrift vermittelt im Text zu finden.

    Ist diese Frau als Einzige in der Gemeinde Single?

    Ich habe selbst schon mal so eine Ablehnungsbegründung zu hören bekommen und wusste auch, dass es vorgeschoben war.

    Natürlich gibt es Menschen, die man nicht gerne umarmt, dann sollte man es aber auch so kommunizieren und sich nicht hinter frommen Begründungen verstecken.

    Wie gehen/gingen denn die anderen Mitglieder in dieser Gemeinde mit ihr um?

  • Umarmungen bei jeder sich bietenden Gelegenheit sind eine ganz dumme Angewohnheit, nicht nur aus infektiologischer Sicht. Ich verstehe nicht, was für einen Nutzen die ständige Grabbelei mit sonstwem haben soll. Ich finde das einfach nur übergriffig und peinlich.

  • Heilsnotwendig sind Umarmungen sicher nicht. Es findet sich diesbezüglich kein Hinweis in den Schriften.


    Was wir hier einmal mehr betrachten, sind gewisse Traditionen, Begrüßungsrituale, die dazu noch von den Gemeinden und letztlich von jedem einzelnen Mitglied je nach Charakter und Persönlichkeit unterschiedlich beurteilt werden.


    Ich habe es in Gemeinden in Süddeutschland erlebt, die sich zur Begrüßung häufig herzlich umarmt haben, während Mitglieder in norddeutschen Gemeinden distanzierter, aber dennoch freundlich miteinander umgingen.


    Geschwisterliche Zuneigung zu zeigen hat weniger mit romantischen körperlichen Umarmungen, Küssen oder sonst was zu tun, als vielmehr mit Respekt und aufrichtigem Interesse an der Schwester oder am Bruder. Über die passende Form der Begrüßung entscheiden dann eher regionale Gepflogenheiten und die Nähe der Brüder und Schwestern zueinander.

  • Die Überschrift soll nicht passen. Dazu Stellungnahme: wenn diese Umarmung in einigen Gemeinden so wichtig ist, um zum Leib Jesu zu gehören, was ich gleich setze mit ewigem Leben, sollte man keinen ausschließen. Auf mich wirkte das wie ein Ausschluss aus der christlichen Gemeinschaft. Und draußen gibt es kein Heil. Anscheinend waren alle anderen ( 3 -5 Paare?) verheiratet. Mir tat die Frau Leid und ich sah es als lieblos. In der Folgezeit hörte man oft über diese Gemeinde, die Liebe fehle und verschiedene Leute berichteten mir, sie sei regelrecht auseinander geflogen. Es gibt sie definitiv nicht mehr, obwohl der Pastor überall verkündete, Gott hätte ihm die Vision dafür gegeben, deshalb sei er der Pastor.

    Zur Infektionsgefahr kann ich nur von mir sagen, dass ich Umarmungen seit Corona ablehne, aber akzeptiere, wenn junge Leute das brauchen. Ich könnte mir allerdings vorstellen, wenn eine junge Christin gerade Witwe wurde und verzweifelt ist, dass ich sie in den Arm nehme und tröste. Aber das ist dann etwas anderes.

  • Wenn ich an diese furchtbare Knutscherei der Sowjetführer zurückdenke... ;)

    "Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
    Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"

  • Wenn ich an diese furchtbare Knutscherei der Sowjetführer zurückdenke... ;)

    Das ist Kultur. In Frankreich küsst man sich 2x auf die Wange, in der Normandie 3x. Wie das bei Corona aussieht, weiß ich nicht.

    Christliche Kultur ist es nicht sondern wurde im letzten Jahrhundert eingeführt und scheint für einige sehr sehr wichtig zu sein.

  • Es ist der inflationäre Gebrauch von Zuneigungsbezeigungen, die eigentlich hauptsächlich der Familie vorbehalten sind. Sehr gerne wird so etwas auf Kollegengeburtstagen praktiziert, wo es wirklich nicht hingehört. Niemand kann mir erzählen, dass alle innerhalb dieser Zweckgemeinschaft einander zärtlich zugetan sind.

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