Gibt es " selbstberufene Leiter"?

  • Gestern unterhielt ich mit mit jemandem über Leiterschaft. Später dachte ich an ein Beispiel, das Jahre zurück liegt: Jemand half beim Aufbau einer Gemeinde und stand einer Laienarbeit vor, die Pastoren für den Posten ausschloss. Immer wieder beteuerte der Mann, er würde nie Pastor. Dann war er plötzlich Pastor und seine Mitglieder sagten, eine bekannter Prediger habe gesagt, er wolle ihn zum Pastor einsegnen, Gott wolle das. Dieser Mann wollte dem Propheten gehorsam sein und ließ sich einsetzen. Unter vielen Christen außerhalb der Gemeinde begann großes Gerede: " den hat seine Frau berufen", " der hat sich selbst berufen..." " ein selbst berufener Leiter..." Natürlich musste auch ich Stellung nehmen als Pastorin einer kleinen Gemeinde und da ich den Willen Gottes für jene Gemeinde nicht kenne, erklärte ich nur zu Berufung: Gott ruft niemals durch Prophetie. Alle haben den Heiligen Geist und der macht Berufungen klar. Jeder, den Gott ruft, weiß das ganz fest in seinem Herzen und dann können andere bestätigen. Kein Mensch kann jemanden berufen, der nicht will. Heute würde ich ergänzen und wenn einer will, heißt das nicht unbedingt, dass er wirklich berufen ist. Da könnte er auch sich selbst berufen haben - darüber sprachen wir gestern. Und es gibt viele, die "berufen" sind, weil sie genügend Verwandte haben, die sie einsetzen. In obigem Fall wusste ich nur, dass der öfter sagte: niemals. Ob Berufung vorlag, musste seine Gemeinde bestätigen und anscheinend tat sie das. Dann sollten Außenstehende das akzeptieren, denn sie tragen keine Verantwortung. Liege ich falsch?

    Des weiteren war niemand verpflichtet, sich dieser Gemeinde anzuschließen und sich ihm unterzuordnen. Wichtig ist bei Wahl einer Gemeinde, dass ich den Leiter akzeptieren kann und nicht überzeugt bin, er habe sich selbst berufen, wie es in den 90-gern manche reiche Geschäftsleute taten, deren Gemeinden nicht überlebten trotz gewaltiger Visionen.

  • Ein Hinweis auf eine ehrliche Berufung mag die Art und Weise des Dienstes in der Gemeinde sein. Wer sich selbst beruft, beruft sich oft für sein Ego oder seine eigenen Taschen.


    Es geht bei einem Dienstamt um Arbeit - Arbeit für die Gemeinde und mit ihr zur Verherrlichung Gottes durch den Christus.


    Zitat von Luk 22,24ff

    24 Außerdem entstand unter ihnen eine Auseinandersetzung darüber, wer von ihnen wohl als der Bedeutendste gelten sollte.

    25 Da sagte Jesus zu ihnen: »Bei den Völkern in dieser Welt üben die Herrschenden ihre Macht rücksichtslos aus. Gleichzeitig lassen sich diese Machthaber auch noch mit dem Ehrentitel ›Wohltäter‹ bezeichnen!

    26 Doch so sollt ihr euch nicht aufführen! Vielmehr soll der Bedeutendste unter euch wie ein Neuling sein und der, der die Leitung innehat, sich wie ein Diener verhalten.

    27 Denn wer ist eigentlich bedeutender: der, der am Tisch Platz genommen hat, oder der, der bedient? Ist das nicht der, der am Tisch sitzt? Aber ich verhalte mich unter euch wie der Diener.

  • Nemesis,


    Leiterschaft sollte dienend sein, wie oben gesagt und nicht auf Macht begründet sein im christlichen Bereich. Du sagst " zur Verherrlichung" und so sollte es sein. So weit ich überschauen kann ist es im Land vorbei, dass führende Wirtschaftsleute mit ihrem Vermögen Gemeinden gründen und sich an die Spitze stellen. Hier im Umkreis sind alle weg, auch das Missionswerk Lebendiges Wort, gegründet vom Inhaber von 3 Baumärkten. Die große Vision " aus Kleinstem werden 1000" erfüllte sich nie und irgendwann gingen sie insolvent. Leider hörte ich, gibt es immer noch Leute, die sich in geistliche Leiterschaft drängen, vielleicht nicht unbedingt als Pastoren.

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