Aufforderung zum Aufstehen und Hinsetzen im Gottesdienst

    • Offizieller Beitrag

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    Ihr Lieben,


    schon seit Jahrzehten stört es mich in Gottesdiensten, dass die Besucher an bestimmten Stellen des Ablaufes zum Aufstehen aufgefordert werden. Ich erlebe das schon seit Jahren und erkenne aus den Online-Gottesdiensten, dass das offensichtlich in nahezu allen Gottesdiensten in fast allen Konfessionen üblich ist.


    In den vergangenen Jahren ist man in der Formulierung dann wenigstens so gütig, dass man in die Aufforderung ein "wenn möglich" einbaut. Damit sich dann Behinderte nicht zu sehr auf den Schlips getreten fühlen. :rolleyes:


    Sind wir eigentlich kleine Kinder? Oder sind wir brave Soldaten? Mich erinnert diese Vorgehensweise sehr an die Zeit, als ich Soldat in der Bundeswehr war. Ich frage mich wirklich, warum Gemeindemitglieder im Gottesdienst so gegängelt werden müssen. Ist das nicht ein Relikt aus einer längst vergangener Zeit?


    Bei der Bundeswehr gibt es übrigens vor dem Gebet den militäriischen Befehl "Helm ab zum Gebet!" ;) Beim Militär muss das vielleicht ja auch so sein, weil dort ja alles auf Geleichförmigkreit, Befehl und Gehorsam aufgebaut ist. Aber im normalen Leben als freie Bürgerinnen und Bürger?


    In Hermannsburg, Landkrs. Celle gibt es eine große Kirche, in der es zumindest vor Jahrzehnten vor den Gebeten im Gottesdienst üblich war, vielleicht ist das auch noch heute so, vor den Sitzbänken kleine Klappbänkchen aufzuklappen, auf denen man dann zum Beten niederkniete.


    Man kann da ja so machen. Aber, ich finde es nicht gut, wenn uns auf Kommando zu viele Äußerlichkeiten aufgezwungen werden. Warum muss man denn unbedingt zum Hören des Bibeltextes - oder zum Gebet - aufstehen? Aufgezwungene Formen bewirken oft leider nur das Gegenteil.


    Wie lange meinten Kirchenleute, in der Schule habe ich das noch so gelernt, dass für das Gebet das Händefalten eine wichtige Voraussetzung sei. Albrecht Dürer und seine Betenden Hände lassen schön grüßen. ;) Biblische Begründungen dafür konnte mir bisher aber noch niemand liefern.


    Ich würde mir wünschen, dass in den Gemeinden in den Gottesdiensten auf die Anweisungen "Wir stehen jetzte auf" und "Wir setzen uns!" verzichtet wird.


    Natürlich höre ich jetzt schon fast förmlich die Einwände, in denen gefragt wird, was denn dagegen sprechen würde, dass man ermuntert wird, zum Hören des Wortes Gottes aufzustehen. Aber, so halte ich dagegen, warum müssen in den Gemeinden denn Äußerlichkeiten verordnet oder sogar befohlen werden? Könnte es nicht sein, dass sich manch eine/r im Sitzen viel besser auf das Hören und Mitdenken des Bibeltextes und auf das Beten konzentieren kann, als wenn er "gezwungenermassen" aufsteht? Was ist denn der Sinn einer solchen Anweisung?


    Mal für alle Christen zur Diskussion gestellt. :)

  • Als meine Frau noch lebte, bin ich, aus Solidarität mit ihr, sitzen geblieben, im Werkstatt-GoDi unserer

    Roller & Latscher-Seminare bleiben wir alle sitzen, es gibt keine entsprechenden Aufforderungen.

    Ist es denn wirklich wichtig solche Äußerlichkeiten zu beachten, wenn es innerlich nicht stimmt, reißt es das Aufstehen auch nicht raus...

  • Sorry, aber dieses Thema zu diskutieren, ist nun wirklich müßig. Das Aufstehen dient m. E. nicht zum Disziplinieren oder sonstiger militärischer Synchronisation der Gemeinde. Es kann erfrischend sein, die Glieder nach einer Weile des Sitzens recken und Körper und Kopf mit etwas zusätzlichem Sauerstoff füllen zu können. Wo ist das Problem? Wer zum Aufstehen nicht mehr in der Lage ist, muss ja nicht mitmachen. Mit dem Hinknien allerdings hätte ich Schwierigkeiten. Da bin ich schon froh, nicht katholisch zu sein..

  • Habt ihr den Gottesdienst im neuen Elvis-Film gesehen? Schwing die Hüften, Maggie:



    Oder Blues Brothers


    "Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
    Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"

    Einmal editiert, zuletzt von Grubendol ()

  • Sorry, aber dieses Thema zu diskutieren, ist nun wirklich müßig. Das Aufstehen dient m. E. nicht zum Disziplinieren oder sonstiger militärischer Synchronisation der Gemeinde. Es kann erfrischend sein, die Glieder nach einer Weile des Sitzens recken und Körper und Kopf mit etwas zusätzlichem Sauerstoff füllen zu können. Wo ist das Problem?

    [...]


    Nein Maggie, das sehe ich anders. Ich meine auch, dass nicht immer jeder äußerliche Form von oben herab bestimmt werden muss! Das war in den Kirchen ja von jeher so üblich, aber das muss jetzt doch heute wirklich nicht mehr so sein. :/


    Die meisten Gottesdienstteilnehmer sind erwachsene und mündige Bürger. Sie sind in dem Gottesdienst meistens auch keine Gäste, sondern Mitglieder der Gemeinde. Wieso müssen die Pastoren oder Patorinnen oder die anderen, die dort gerade vorne stehen und reden, denn in solchen Äußerlichkeiten so bestimmen?


    Conny hat doch völlig recht, wenn er es so ausdrückt:

    Könnte es nicht sein, dass sich manch eine/r im Sitzen viel besser auf das Hören und Mitdenken des Bibeltextes und auf das Beten konzentieren kann, als wenn er "gezwungenermassen" aufsteht? Was ist denn der Sinn einer solchen Anweisung?

    Also wirklich: Es sollte den Teilnehmern eines Gottesdienstes echt überlassen bleiben, ob sie zum Zuhören oder zum Beten aufstehen oder sitzen bleiben, ob sie bei den Liedern mittanzen oder mitklatschen. In der Freikirche, in der ich oft am Godi teilnehme, halten viele Mitglieder beim Singen und beim Beten ihre Hände oft gestreckt nach oben. Also bitte, das ist doch ihre Sache.:thumbup:

  • Warum so verkrampft? Wer sitzen bleiben will, bleibt sitzen. Den meisten Zuhörern ist es vermutlich ein Bedürfnis, ab und zu den Hintern anzuheben. Ich sehe es als Angebot Unangemessen wäre es, die "Sitzenbleiber" zu rügen. Ich nehme mir übrigens die Freiheit, nicht mitzusingen - schon aus reiner Nächstenliebe. Die Stimme ist reine Körperverletzung. Was ich für eine unschöne Gleichmacherei halte, ist das Beten mancher Teilnehmer in der Wir-Form. Ich weiß doch gar nicht, was "wir" wollen. Ich kann doch nur für mich sprechen. Das nur am Rande.

  • Sollte nicht das Wort Gottes im Mittelpunkt eines GoDis stehen? Wenn formelhaftes Aufstehen, Hinsetzen, Niederknieen etc, davon ablenken, sollte man darauf verzichten können. Sich beim Singen hinzustellen, kann praktisch von Nutzen sein. Aber das ist alles kein Muss.


    Zudem sollte es grundsätzlich möglich sein - gerade auch für Ältere oder kleine Kinder - sich zwischendurch dei Beine zu vertreten. Die Räumlichkeiten haben doch mittlerweile alle irgendelche Vorräume, Foyers etc., wo man dann auch niemanden stört...

  • Nayla,

    ich stimme dir voll zu! Vor Gott soll sich jeder bewegen, wie er seine Ehrfurcht ausdrücken will. In der katholischen Kirche wurden wir auch zu Stehauf Männchen ausgebildet und ich genoss damals die Freiheit in Taizé. Manchmal legten wir uns in die Krypta zum Mittagsschlaf und niemand weckte uns, wenn eine Messe begann.

    Das Drängen: " nun erheben wir uns alle!" stieß mich immer ab und gar nicht begriff ich, wenn Mütter ihr Leid klagten, ihr größtes Problem beim Beten sei, dass die Kinder sich weigerten, die Augen zu schließen. Ich machte das nie, weil meine Bibel es nicht vorschreibt. All das ist Religiösität und hat mit Christentum nichts zu tun.

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