Darf man St Martin verehren?

  • Morgen ist der Geburtstag von Martin Luther und die Kinder gehen von Tür zu Tür, sammeln Süßes oder Saures. Manche Gemeinden feiern diesen Tag.

    Am 11.11. ist der Martinstag im Gedenken an Martin von Tours, der seinen riesigen Soldatenmantel mit einem Bettler geteilt haben soll. Als Kinder machten wir dann Laternenumzüge. Hier im Dorf reitet diesen jemand voran und die Kids gehen durchs Dorf.

    Weshalb darf Martin Luther geehrt werden und wenn Katholiken St. Martin feiern ist das dämonisch, Heiligenverehrung, Totenkult? Ich begreife das nicht, dass die katholische Kirche den nicht ehren darf. Niemals betete einer zu Martin von Tours, das würde ich ablehnen.

  • Ich verehre nur Gott, so wie Jesus, sein Sohn es tat.


    Zitat von Matth. 4,10

    10 Doch sofort sagte Jesus: »Hau ab, du Satan! Denn in Gottes Buch steht: ›Du sollst einzig und allein den Herrn, deinen Gott, anbeten. Ihm allein sollst du deine Verehrung zukommen lassen!‹«

  • Sagen wir es anders: darf man Gedenktage abhalten für große Männer und Frauen wie Franziskus von Assissi, Luther...?

    Ich finde nirgendwo in der Bibel, dass Jesus einen Gedenktag für Moses, Abraham, Isaak, Jakob, David, Salomo, Samuel, Jesaja, Hannah, Ruth, Noomi, Rahab, Deborah, Hulda, Josia, Jeremia oder einen der vielen weiteren großen Frauen und Männer des Glaubens gefeiert hat. Wäre das nicht zumindest eine Erwähnung wert gewesen?


    Der einzige Gedenktag, den Jesus selbst erwähnt und seinen Nachfolgern zu halten gebot, ist das Gedenken an seinen Tod.

  • Man darf die Heiligen als Vorbilder sehen. Deren Geringschätzung ist nicht im Willen Gottes.


    Hinzu kommt, dass die Heiligen vom Herrn als Werkzeug benutzt werden. Deshalb darf man hier auf der Erde wohl ihrer an einem Gedenktag sich erinnern.


    Man sollte sich bewusst machen, dass die Bibel ein Wegweiser zu Gott ist und nicht alle Eventualitäten unseres Lebens abdeckt. Wenn also Jesus über die Heiligenverehrung nichts gesagt hat, so bedeutet das nicht, dass man ihrer nicht gedenken dürfe.

  • Man darf die Heiligen als Vorbilder sehen. Deren Geringschätzung ist nicht im Willen Gottes.

    So ist es: Das stimmt auch mit der Aussage des Paulus aus Hebräer 12,1ff überein. In diesem Sinne ist ein Gedenken an die Vorbilder christlicher Natur.



    Man sollte sich bewusst machen, dass die Bibel ein Wegweiser zu Gott ist und nicht alle Eventualitäten unseres Lebens abdeckt. Wenn also Jesus über die Heiligenverehrung nichts gesagt hat, so bedeutet das nicht, dass man ihrer nicht gedenken dürfe.

    Eine pauschale Antwort greift da sicherlich zu kurz. Aber es ist durchaus hilfreich sich mit den Anfängen der Heiligenverehrung zu befassen. Näheres dazu fasst u. a. dieser Artikel zusammen:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Heiligenverehrung#:~:text=Die%20Heiligenverehrung%20ist%20das%20verehrende,durch%20die%20Glaubensgemeinschaft%20erfüllt%20haben.

  • Nemesis,


    mit ehren meine ich nicht anbeten. Hier in der Gegend wird Luther sehr verehrt wie ein katholischer Heiliger. Ist das falsch?


    Also, Martin Luther verehren?


    Nun, Luther hat gute theologische Erkenntnisse gewonnen und weiter gegeben, die uns heute als richtig erscheinen. Das ist gut so.


    "simul iustus et peccator" und "Sola fide, sola scriptura, solus Christus, sola gratia" sind wichtige Glaubensanregungen, ohne die es in der Christenheit vermutlich noch mehr Pharisäer und Doppelmoralisten geben würde, für die das Evangelium letztendlich nur graue Theorie ist.


    Ansonsten aber war Martin Luther auch nur ein sündiger Mensch, was denn sonst? Allerdings war Luther wirklich eienr, der sehr viel falsch gesehen und vertreten hat und sich an sehr vielen Menschen schuldig gemacht hat! Das dürfen wir im geschichtlichen Rückblick einfach nicht übersehen. Also bitte nicht zu sehr hochjubeln, bleiben wir doch bitte auch hier auf dem Teppich!


    Für gewöhnlich sagen seine Fans in entschuldigender Weise dann, dass er "ein Kind seiner Zeit" war! Man, über welche schlimmen Persönlichkeiten der Geschichte könnte man diesen beschönigenden Satz denn dann noch schreiben?!?


    Ich bin froh und dankbar, dass es Martin Luther gab und dass er zu einem wichtigen Nachdenken und Hinterfragen von Irrlehren und falschen Traditionen angeregt hat, aber Luther deshalb verehren?


    Nein, Luther zu verehren wäre für mich unangemessen. Ich verehre keine Menschen. Ich mag manche Menschen, einge sogar sehr und ich habe vor den Leistungen und Erkenntnissen einiger Menschen großen Respekt. Ich liebe einige Menschen sehr.


    Ich käme aber nicht auf die Idee, Dietrich Bonhoeffer, Nelson Mandela, Martin Luther King, Willy Brandt, Michail Gorbatschow, Klaus Vollmer, Klaus Eickhoff, Jürgen Werth oder irgendwelche Musik- oder Popgrößen zu verehren!


    Auch, wenn man umgangssprachlich oft leicht in die Verlegenheit kommt, das versehentlich so zu sagen. Aber, ich halte dann die Formulierung "Ich mag ..." für angemessener.


    Insofern hielt ich das Lutherjahr 2017 | 500 Jahre Reformation grundsätzlich auch nicht für falsch, auch wenn die Gloryfizierung in den Aussagen einiger Zeitgenossen über Luther geradzu grotesk und geschichtsvergessen erschienen.


    Was die Heiligenverehrung in der RKK anbetrifft, so kann ich es nicht nachvollziehen, dass man dort zum Teil zwar mit verstorbenen sog. Heiligen redet, aber gleichzeitig bestreitet, sie anzubeten. Sog. Mariengebete, wie z. B. diese hier, halte ich für falsch und bin der Überzeugung, dass sie dem Neuen Testament und dem Evangelium zutiefst widersprechen!

  • Conny,


    ich denke, wir stimmen völlig überein, dass es Irrglaube ist zum Heiligen Antonius zu beten, wenn man Sachen verloren hat u.s.w., Maria um Hilfe anzurufen, finde ich ebenfalls nicht in der Bibel. Wir sahen das blutige Tuch nach dem Attentat auf Paul VI in Tschenstochau ausgestellt und die Leute beteten dafür - Schlimm!

    Wenn es in der evangelischen Kirche Luthergedenkfeiern gibt, weiß ich nicht, wie die ablaufen, halte sie zunächst für wert neutral.

    Gestern lud die evangelische Kirche im Dorf zur Martinsfeier ein. Sie begannen in der lutherischen (!) Kirche und unser Sohn erzählte, die Konfirmanden hätten es dort gestaltet, dann ging es mit Lampions und Fackeln durchs Dorf, begleitet von der Feuerwehr. Der Umzug war sehr sehr lang, als er an unserem Haus vorbei kam und die Kinderaugen strahlten. Am Schulhof waren Hot Dog Buden aufgebaut, man konnte Kinderpunsch und Glühwein kaufen. Ich habe keine Bedenken bei dieser Feier, die Enkel gingen mit und wir schauten mit dem Baby den Umzug an.

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