Kontakt zum Vater?

  • Vor Jahren wollte eins unserer Pflegekinder Kontakt zum leiblichen Vater. Sie war inzwischen 14 und bettelte immer wieder. Das Jugendamt sagte uns, wir sollten das lassen, der tauge nichts, saß gerade im Gefängnis und es sei besser ohne Vater, als mit solch einem. Ich denke, sie sagten uns nicht alles über den Mann, aber meine Frage ist, wie wichtig ist ein Vater? Kann ein Kind gut leben ohne Vater? Zur Mutter verweigerte das Mädchen den Kontakt, weil sie inzwischen mit dem 8. Mann zusammen lebte und der sie schlug. Um keine falschen Schlüsse zu ziehen: dieses Kind kam nicht aus unserem Landkreis Peine sondern von weiter her.

  • Kann sie das nach dem Gesetz ab 14 nicht selber entscheiden? Allerdings, wenn der Erzeuger im Knast sitzt, hätte ich persönlich auch Bedenken.

    "Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
    Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"

  • Grubi,

    das Jugendamt hatte die Vormundschaft. Wir waren in den 80-gern sehr jung und akzeptierten die Vorgaben. Heute stelle ich es etwas in Frage. benötigt ein Kind den Vater, um psychisch stabil zu werden?

    Wenn ich Salomon in der Bibel betrachte mit seinen 600 Frauen, so konnte er für die vielen Kids sicher kein Vater sein und es ist davon auszugehen, dass er viele gar nicht kannte.

  • Grubi,

    das Jugendamt hatte die Vormundschaft. Wir waren in den 80-gern sehr jung und akzeptierten die Vorgaben. Heute stelle ich es etwas in Frage. benötigt ein Kind den Vater, um psychisch stabil zu werden?

    Wenn ich Salomon in der Bibel betrachte mit seinen 600 Frauen, so konnte er für die vielen Kids sicher kein Vater sein und es ist davon auszugehen, dass er viele gar nicht kannte.

    Es reicht meiner Ansicht nach ein gewöhnliches Rollenvorbild. Das können auch Pflegeeltern, Lehrer usw erfüllen. Die Rolle des biologischen Erzeugers ist m.E. in vielen Fällen überschätzt.


    In den 80ern lebte ich in verschiedenen WGs. Und meine "Pflegetochter" Lena, die heute über vierzig ist und als Hebamme arbeitet, behauptete als kleines Mädchen immer, sie habe "zwei Papas", den biologischen - der konnte aber nicht so gut mit Kindern - und mich, der mit ihr spielte, ihr was vorlas usw.

    "Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
    Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"

  • Es ist für die eigene Entwicklung wichtig seine Herkunft zu kennen. Das weiß man heute. Daher gibt es verschiedene Formen Umgänge zwischen Eltern und Kindern durch zu führen, z.B. in begleiteter Form.

    So kann sicher gestellt werden, dass das Kind in einem geschützten Rahmen die Eltern oder ein Elternteil sehen kann.

    Dies kann wichtig sein, wenn die Eltern oder ein Elternteil nicht in der Lage ist, adäquat auf das Kind zu achten (Hintergründe sind vielfältig). Grundsätzlich gilt auch für Menschen im Gefängnis, in der Psychiatrie etc, das auch diese ein Recht auf Umgang haben. Hier wird natürlich besonders auf das Kind geachtet.

    Oftmals ist ja der betreuende Elternteil derjenige, der versucht den Umgang zu boykottieren. Mittlerweile wird hier recht schnell eingegriffen. Da hier zumeist die Paarebene auf dem Rücken des Kindes ausgefochten wird.

  • Bille,

    manches mag sich geändert haben. In dem von mir beschriebenen Fall lehnten die Geschwister jeden Kontakt zur Mutter ab, die eine wollte den Vater sehen. Das Jugendamt sagte uns mit Sicherheit nicht alles, was lief.

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